Beifahrer von Betrunkenen

BeifahrerMitverschulden bei Alkoholunfall – gesetzliche Regelungen für Fahrer und Beifahrer

Jede feucht-fröhliche Feier ist irgendwann zu Ende und der Weg nach Hause ist manchmal weit. Ihr Auto mag zwar vor der Tür stehen, aber der Alkoholkonsum fordert seinen Tribut. Oder ist Ihr Fahrer, der Sie zur Party mitgenommen hat, angetrunken und behauptet aber dennoch fahrtauglich zu sein? Jetzt stellt sich die Frage, inwiefern Sie als Beifahrer bei einem Alkoholunfall haften, wenn der Fahrer alkoholisiert war. Auch als Beifahrer kann man Ihnen unter Umständen ein Mitverschulden zur Last legen. Daher sollten Sie sich im Vorfeld über die rechtliche Lage in Bezug auf das Autofahren und den Alkoholkonsum im Klaren sein.

Auch Beifahrer haben eine Sorgfaltspflicht

Ihre Mitfahrgelegenheit hat ordentlich gefeiert und will Sie nun als Fahrgast mit nach Hause nehmen. Wenn nun unterwegs etwas passiert und der Unfall eindeutig – und das ist meist der Fall – auf einen erhöhten Blutalkoholspiegel zurückzuführen ist, haftet ja nur der angetrunkene Fahrer des PKW, oder? Doch so einfach ist das nicht. Sie haben als Fahrgast, egal ob auf dem Beifahrersitz oder auf der Rückbank, eine gewisse Sorgfaltspflicht. Diese besteht darin, sich vor Fahrtantritt zu vergewissern, dass Ihr Fahrer in der Verfassung ist, ein Kraftfahrzeug zu führen. Hierbei ist Alkohol nur als eine mögliche Ursache zur Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit anzusehen. Auch wenn Sie bemerken, dass der Fahrer hinter dem Steuer müde oder anderweitig eingeschränkt ist, sollten Sie reagieren. Sprechen Sie Ihre Bedenken offen aus und steigen Sie am besten erst gar nicht in das Fahrzeug ein. Bemerken Sie erst während der Fahrt, dass Alkohol, Drogen oder andere Dinge das Fahrverhalten Ihres “Chauffeurs” behindern, so bitten Sie ihn umgehend anzuhalten, damit Sie aus dem Fahrzeug aussteigen können. Idealerweise sollten Sie Ihn auch dazu bringen, nicht mehr weiter zu fahren.

Im besten Fall sind Sie auch als Beifahrer nüchtern

Wenn Sie nichts davon wissen oder nicht bemerken, dass Ihr Fahrer angetrunken und über der erlaubten Promillegrenze ein Fahrzeug führt, so trifft Sie auch kein Mitverschulden bei einem Unfall. Dann können Sie rechtlich nicht belangt werden. Denn der Unfallgegner ist in diesem Fall in der Beweispflicht und muss Ihnen ein fahrlässiges Verhalten nachweisen. Das ist natürlich schwierig, denn oft kann man gerade bei Personen, die man nur oberflächlich kennt, schwer einschätzen, ob eine Fahruntauglichkeit vorliegt oder nicht. Als nüchterner Beifahrer wird Ihnen aber grundsätzlich ein höheres Urteilsvermögen zugesprochen, als wenn Sie, ebenso wie der Fahrer, alkoholisiert sind zum Zeitpunkt eines Unfalls.

Sie sind als angetrunkener Beifahrer unterwegs

Sind sowohl Sie als auch der Fahrzeugführer alkoholisiert und es kommt zum Alkoholunfall, so werden dieselben Maßstäbe zur Sorgfaltspflicht angesetzt, jedoch gesteht man Ihnen selbst ein vermindertes Urteilsvermögen bezüglich der Fahrtauglichkeit des Fahrers zu. Sind übrigens nur Sie als Beifahrer angetrunken, so stellt dies kein Problem dar. Allerdings dürfen Sie sich dann nicht in das Führen des Fahrzeuges einmischen, so dass es eventuell zu einem Alkoholunfall kommt. Strafrechtlich gesehen kann man Sie bis hin zur fahrlässigen Tötung belangen, wenn sie als alkoholisierter Beifahrer einen Unfall verursachen.

Sonderfall: Beifahrer eines Fahranfängers

Grundsätzlich nüchtern müssen Sie als Beifahrer sein, wenn Sie als Begleitperson eines 17-jährigen Fahranfängers fungieren. Die Promillegrenze von 0,5 darf hier keinesfalls überschritten werden, denn unter Umständen kann der Anfänger aufgrund einer Ordnungswidrigkeit belangt werden. Hat der Fahranfänger von Ihrem Alkoholkonsum Kenntnis, so drohen ihm ein Punkt in Flensburg, ein Aufbauseminar, sowie eine Verlängerung der Probezeit um zwei weitere Jahre.
Der Sonderfall: Beifahrer eines Fahranfängers sein hat es also in sich und Sie dürfen Ihre Verantwortung als Begleitperson keinesfalls unterschätzen.