Was sind überhaupt Promille?

PromillePromille – Die Zurechnungsfähigkeit lässt sich berechnen

Jeder Autofahrer in Deutschland weiß, ab 0,5 Promille wird einem eine Alkoholkontrolle zum Verhängnis. Was bedeutet Promille eigentlich? Das Wort kommt aus dem lateinischen und steht für das 1:1000 Verhältnis. Ein Milliliter Alkohol pro 1 Liter Blut ergibt demnach 1 Promille. Sie stellen sich jetzt eventuell die Frage, wie viel Promille Sie nach einem Glas Wein im Blut haben? Leider lässt sich diese Frage nicht explizit beantworten, weil dies von mehreren Faktoren abhängig ist. Das eigene Gewicht, Geschlecht, Alter und die Flüssigkeitsmenge im Körper.

Die Blutalkoholkonzentration mit der Widmark-Formel berechnet

Die Widmark-Formel wurde im Jahr 1932 von dem Chemieprofessor Erik Widmark ins Leben gerufen und offenbart einen ungefähren Wert. Eine exakte Promilleberechnung ist lediglich möglich, wenn ferner die Trinkgeschwindigkeit, der Stoffwechsel und Mageninhalt mit einfließen. Die BAK = Blutalkoholkonzentration steht im Endeffekt für Promille. Die Formel gilt als Grundlage, jedoch nicht als Garantie, dass Sie Zurechnungsfähigkeit bleiben.

Die Formel lautet: BAK = Alkoholmenge in Gramm/Körpergewicht in kg/ Körperflüssigkeit Anteil.
Beispiel: Eine Frau (50 kg) und ein Mann (80 kg) trinken jeweils einen Liter Bier mit 5 Vol.-%.

Frau= 40 g / 50 kg x 0,55 Körperflüssigkeit = 1,4 Promille
Mann= 40 g / 80 kg x 0,70 Körperflüssigkeit = 0,71 Promille

Anhand dieses Beispiels lässt sich erkennen, dass das Körpergewicht und der Körperflüssigkeit Anteil die Promille unweigerlich verschiebt. Deswegen lässt es sich nicht behaupten, dass ein Liter Bier, automatisch 1 Promille ausmacht. Da Alkohol außerdem nur zu 70-90 % in den Blutkreislauf gelangt, weil ein Teil davon direkt im Magen abgebaut wird, fällt die Promillezahl in der Praxis geringer aus.

Warum der Flüssigkeitsanteil relevant ist

Je weniger Wasser Ihr Körper aufweist, desto höher der Promillewert. Alkohol löst sich nämlich in Wasser besser auf als in Fett. Je mehr der Körper wiegt, desto mehr Wasser enthält dieser in der Regel. Deswegen vertragen stärkere Menschen den Alkohol meist besser als zierliche. Schließlich enthält ein menschlicher Körper nicht nur Fettzellen, sondern auch Zellgewebe, welches das Wasser abspeichert. Um die Blutalkoholkonzentration richtig zu berechnen, ist der Flüssigkeitsfaktor wichtig. Falls Sie Ihre exakten Werte herausfinden möchten, wird eine genaue Messung beim Arzt empfohlen.

Die Alkoholmenge

Für die Berechnung der Alkoholmenge in Gramm gibt es ferner eine Formel. Hierfür wird der Vol.-%-Wert benötigt, der sich auf dem Flaschenetikett befindet.

Menge (ml) x Vol.-% / 100 x 0,8 = Alkoholmenge in Gramm
Beispiel: 1000 ml Bier x 5 Vol.-% / 100 x 0,8 = 40 Gramm

Das eigene Trinkverhalten beobachten

Bereits ab 0,1-0,3 Promille verändert sich bei den meisten Menschen die Grundstimmung, sie werden fröhlicher und lockerer. Die Zurechnungsfähigkeit ist noch vorhanden. Ab 0,6 und 0,8 Promille nimmt das Reaktionsvermögen stets ab und je mehr die BAK steigt, desto stärker treten die Symptome auf. Es kommen Gleichgewichtsstörungen wie auch Verwirrtheit und Sprachstörungen hinzu. Ab 0,2 Promille erschlaffen die Muskeln und es kommt zu Erbrechen und Übelkeit. Gefährlich wird es ab 3 Promille. Hier spricht man bereits von einer Alkoholvergiftung. Viele Betroffene verlieren ihr Bewusstsein oder erleiden einen Atemstillstand. Häufiger Alkoholkonsum führt zu einem höheren Toleranzlevel, was zur Folge hat, daß die soeben erwähnten Symptome erst ab einem höheren Alkoholspiegel auftreten. Dafür steigen die Leberschäden und die Gefahr eines Organversagen ins Unermessliche. Kinder dürfen überhaupt keinen Alkohol trinken, weil diese bereits ab 0,5 Promille an einer Alkoholvergiftung sterben können.

Fazit:

Egal ob Sie mit dem Auto fahren oder nicht, behalten Sie Ihr Trinkverhalten im Auge oder bitten Sie jemand anderen darum, Ihre Alkoholaufnahme zu beobachten. Denken Sie daran: der Abbau von Alkohol beläuft sich auf etwa 0,1 Promille pro Stunde. Der Abbau von einem Bier kann durchaus ein bis zwei Stunden dauern. Dies ist bereits vor der Aufnahme zu bedenken. Besser weniger trinken und dauerhafte Leberschäden vermeiden.